Bedeutung
Die verschiedenen Arten des Weizens stellen nach Mais und Reis das am dritthäufigsten angebaute Getreide der Welt dar.
Weizen wird auf allen Kontinenten kultiviert.
Weizen ist für Menschen in vielen Ländern ein Grundnahrungsmittel (Brotgetreide) und hat eine große Bedeutung in der Tiermast.
In Österreich werden insgesamt ca. 266.000 ha Winterweizen und 5.500 ha Sommerweizen ausgesät.
Produktion
Weizen zählt zu den Selbstbefruchtern und stellt an Klima, Boden und Wasserversorgung höhere Ansprüche als andere Getreidearten.
Es gibt begrannte und unbegrannte Sorten. Erstere werden als Grannenweizen bezeichnet, letztere als Kolbenweizen.
Winterweizen wird im Herbst ab Mitte September ausgesät, wenn die Keimruhe des Saatguts überwunden ist.
Wie alle Wintergetreidearten benötigt auch Winterweizen zum Abbau der Schosshemmung eine Vernalisation (Kältestimmung) durch Frosttemperaturen.
Die Hauptbestockung findet erst im Frühjahr statt, dann setzt das Streckungswachstum (Schossen) ein und die Blätter und Ähren entwickeln sich.
Sommerweizen wird möglichst frühzeitig im Frühjahr ausgesät; er braucht keine Vegetationsruhephase.
Seine Kornerträge liegen in der Regel deutlich unter denen von Winterweizen.
Die Körner haben eine glasigere Struktur als Winterweizen und sind proteinreicher.
Unter Wechselweizen versteht man einen Sommerweizen, der bereits im Herbst (November/Dezember) des Vorjahres ausgesät werden kann.
Wechselweizen hat eine gewisse Winterhärte aber keinen Vernalisationsbedarf.
Weizenkörner bestehen in der Vollreife aus ca. 70 % Stärke, ca. 10-15 % Eiweiß, ca. 2 % Fett und ca. 14 % Wasser.
Die Höhe der genannten Inhaltsstoffe hängt von der Sorte, der Düngung und beim Wasser von Luftfeuchtigkeit sowie Regen ab.
Ackerbaulich wichtige Weizenarten:
Weichweizen (Triticum aestivum L.) ist eine hexaploide Weizenart und jene mit der größten Ausbreitung.
Es gibt eine Vielzahl von Sorten, die an unterschiedliche Klimate angepasst sind.
Spelt oder Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta (L.) Thell.), ebenfalls hexaploid, wird als spezielles Brotgetreide begrenzt angebaut.
Das in der Milchreife geerntete und geröstete Korn, Grünkern genannt, ist mineralstoffreich und stark aromatisch.
Emmer (Triticum dicoccum Schübler) ist eine tetraploide Weizenart, die in früheren Jahrhunderten angebaut wurde, heute aber wenig wirtschaftliche Bedeutung hat.
Hartweizen (Triticum durum Desf.) ist die einzige tetraploide Weizenart, die heute noch verbreitet angebaut wird.
Hartweizen ist besonders für die Herstellung von Teigwaren (Hartweizengrieß) geeignet und wird in wärmeren Gebieten, wie in Ostösterreich, Italien und Frankreich kultiviert.
Einkorn (Triticum monococcum L.) ist die älteste Weizenart.
Sie wird heute noch aus wissenschaftlichen Gründen oder zu Illustrationszwecken angebaut, ist aber auch im Naturkosthandel erhältlich und dient zur Produktion von Backwaren und Bier.
Nutzung
Weichweizen wird in Österreich hauptsächlich als Backweizen (Qualitätsweizen, Mahlweizen, Speiseweizen) für Brot, Gebäck und andere Waren, Futterweizen und Ethanolweizen verwertet.
Kleinere Mengen werden als Brauweizen vermälzt und für Nährmittel (Flocken, Graupen, Grieß, Speisekleie etc.) benötigt.
Der durchschnittliche Verbrauch an Weichweizen für Mühlen liegt in Österreich bei 520.000 bis 580.000 t, das sind 63 – 70 kg pro Kopf und Jahr bzw. 53 – 57 kg Mehl.
Züchtung
Durch die Pflanzenzüchtung werden neue Weizensorten entwickelt, die Verbesserungen im Ertrag, in der Gesundheit, Standfestigkeit und verschiedenen Qualitätsmerkmalen gegenüber dem bestehenden Sortiment aufweisen.
Werden diese Verbesserungen durch die 3-jährige amtliche Prüfung der AGES bestätigt, wird die Sorte in die österreichische Sortenliste eingetragen.
Ist eine Sorte registriert, so wird durch die Erhaltungszüchtung sichergestellt, dass die wesentlichen Merkmale dieser Sorte durch ständige Auslese und Kontrolle erhalten bleiben.
Unter Weizenqualität versteht man vor allem die Backqualität der Weizensorten, die Eigenschaften wie Proteingehalt, Quellvermögen, Backvolumen, Wasseraufnahme, Teigstabilität und mehr umfassen.
Diese Qualitätseigenschaften bestimmen die Backqualitätsgruppe (BQG) einer Weizensorte.
In Österreich bezeichnet man Weizensorten mit BQG 7 - 9 als Qualitätsweizen, mit BQG 3 - 6 als Mahlweizen und mit BQG 1 - 2 als Futterweizen.
Die Anforderungen an an die Saatgutqualität bei Winterweizensaatgut sind hoch, so wird eine Keimfähigkeit von mindestens 85 %, ein Reinheit von mindestens 98 Gewichts-% und ein maximaler Besatz (Fremdkörner von anderen Getreidearten oder Pflanzen) von 10 Stück pro 500 g verlangt.
Die Saatstärke bei Winterweizen hängt ab von der angestrebten Pflanzenzahl pro Quadratmeter, dem Anbauzeitpunkt, dem Tausendkorngewicht und der Keimfähigkeit des Saatguts.
Saatstärkenrechner
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Saat gut – Ernte gut |
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