Bedeutung
Die Sojabohne (Glycine max (L.) Merr.) ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae).
Die Sojabohne ist eine Öl- und Eiweißpflanze.
Ihr Hauptwert liegt in ihrem hohen Gehalt an Eiweiß (etwa 40 %) und an Öl (etwa 20 %), wobei letzterer ungewöhnlich für Bohnen ist.
Bei einem Großteil der Weltproduktion wird zuerst das Öl extrahiert, die Restmasse (Sojaextraktionsschrot oder Sojakuchen) wird als Futtermittel genutzt, findet aber auch als Fleischersatz und Milchersatz in Form von Sojamilch in der vegetarischen Küche Verwendung.
Jährlich werden ca. 250 Mio. t Sojabohnen auf einer Fläche von über 90 Mio. Hektar produziert.
Der Anbau konzentriert sich auf den amerikanischen Kontinent.
Ca. 80 % der Sojaweltproduktion wächst in den USA, Brasilien, Argentinien und Paraguay.
In den letzten Jahren wurden in der EU ca. 1 Mio. Tonnen Sojabohnen geerntet.
Italien ist mit ca. 600.000 t der größte europäische Produzent.
Österreich ist innerhalb der EU mit einer Erntemenge von ca. 95.000 t von ca. 34.000 ha an der beachtlichen dritten Stelle.
Zur direkten menschlichen Ernährung dienen die frischen, grünen Hülsen ("Schoten"), oder verschiedene Eiweißprodukte, deren bekannteste Tofu und Sojasauce sind.
Daneben gibt es weitere Zubereitungen wie Miso, Tempeh, Natto oder Yuba und dessen Variante Bambus (engl.: bamboo).
Bei dem im Deutschen fälschlich als „Sojasprossen“ bezeichneten Nahrungsmittel handelt es sich um Keime der Mungbohne.
Produktion
Die Sojabohne ist eine einjährige Pflanze.
Der Anbau erfolgt im Frühjahr meist nach der Maisaussaat, da Sojabohnen für eine gute Keimung einen warmen Boden (~ 10 ° C) benötigen.
Sojabohnen haben ausgeprägte Pfahlwurzeln von bis zu 1,5 Meter Länge.
Die Seitenwurzeln werden von den für Soja typischen Rhizobium-Stämmen (Knöllchenbakterien) besiedelt.
Die Knöllchenbakterien können Luft-Stickstoff binden und daher brauchen Sojabohnen keine zusätzliche Stickstoff-Düngung.
Die Blüten stehen zu 3 - 20 in blattachselbürtigen oder endständigen Trauben.
Sie sind klein und in der Regel selbstbefruchtend.
Die Blühperiode erstreckt sich meist über drei bis vier Wochen im Juli.
Die Blüten setzen Hülsen mit bis zu fünf Samen an.
Bei der Abreife im September verfärben sich die Hülsen gelb bis braun und die Pflanze lässt die Blätter fallen.
Die Ernte erfolgt mit einem Mähdrescher.
Geschichte
Die Sojabohne ist nur in Kultur bekannt.
Sie wurde wahrscheinlich schon vor rund 5000 Jahren in China kultiviert und galt dort als eines der fünf heiligen Körner - neben Reis, Weizen, Gerste und Hirse.
Manche Berichte über Sojabohne als Kulturpflanze in China datieren aus dem 3. Jahrtausend vor Christus.
Gesichert sind archäologische Funde, die beweisen, dass Sojabohne etwa 800 bis 700 vor Christus schon kultiviert wurde.
Bis zum 17. Jahrhundert war Soja in Europa unbekannt.
Die ersten Berichte in Europa gab es von einem florentinischen Reisenden, der 1597 Nagasaki besucht hatte und einem spanischen Dominikaner-Missionar, der im 17.
Jahrhundert viele Jahre in China verbracht hatte.
Im 18. Jahrhundert gelangte Soja langsam nach Europa – zuerst in diverse botanische Gärten, wo sie als Kuriosität und exotische Gewürzpflanze bestaunt wurde.
Die ersten Anbauversuche verliefen erfolglos, weil das Material zu spät reif war und
Frühfrösten zum Opfer fiel.
Es war Professor Friedrich HABERLANDT an der k.k. Hochschule für Bodencultur, der
die agronomische Bedeutung der Sojabohne erkannte und 1875 bis 1877 eine
umfangreiche Versuchsserie in den damaligen Ländern der Habsburgermonarchie initiierte.
Neben der agrarwissenschaftlichen Grundlagenforschung schlug Haberlandt auch eine Fülle von Verwertungs- und Verarbeitungsmöglichkeiten vor.
Seine Studien veröffentlichte er in einem 1878 erschienen Buch "Die Sojabohne - Ergebnisse der Studien und Versuche über die Anbauwürdigkeit dieser neu einzuführenden Culturpflanze".
Haberlandt entdeckte auch, dass Sojabohne durch die Knöllchenbakterien stickstoffautark ist,
dass Sojabohne in der Blühneigung sehr stark auf Tageslänge reagiert und dass man Soja erhitzen muss, damit das enthaltene Eiweiß voll verdaulich ist.
Mit Original-Saatgut, das heißt mit garantierter Keimfähigkeit, mit Gesundheit und Ertragssicherheit sowie durch Nutzung des Züchtungsfortschrittes wird der Mehrertrag gesichert.
Original-Saatgut ist damit ein wesentlicher Faktor für den Betriebserfolg:
Saat gut – Ernte gut |
|